Die Top 5 Alben 2010

21 12 2010

Mittlerweile könnte ich es schon fast eine Tradition nennen: Seit vier Jahren poste ich um die Weihnachtszeit meine Top-5-Alben des vergangenen Jahres in ungeordneter Reihenfolge. Hier meine Lieblinge von 2010:

Alter Bridge – AB III (VÖ 8.10.): Das Vorgängeralbum Blackbird war schon echt klasse, aber hier haben die Herren Kennedy, Tremonti, Phillips und Marshall echt ein Meisterwerk fabriziert. Die Strukturen sind gewohnt kompakt, beinhalten aber das bisher beste Material der Creed-Nachfolgeband. Es ist ein gutes Stück düsterer als ihr bisheriges Oeuvre, was vermutlich auf Myles Kennedys Lyrics über Tod und Vergänglichkeit zurückzuführen ist. Dessen Gesang ist übrigens eine totale Wucht. Das Album bewegt sich durchgängig auf ganz hohem Niveau, es gibt keine schlechten Songs, und die Produktion ist superfett.

The Ocean – Heliocentric / Anthropocentric (VÖ 9.4. / 19.11.): Eigentlich wurden die beiden Alben separat verkauft und ich habe für beide ein Heidengeld ausgegeben, aber eigentlich handelt es sich um ein Konzept-Doppelalbum über Glaube und Weltanschauungen und die beiden CDs gehören doch irgendwie zusammen. Beide befinden sich in extrem schön gestalteten Digipaks mit Sternenmotiven und jeweils einem drehbaren Sternenkalender – einmal mit der Sonne, einmal mit der Erde im Mittelpunkt. Die Musik bietet eine enorme Bandbreite: Von ruhigen, wunderschönen (aber nicht kitschigen!) Balladen bis zu krassen Growls ist alles dabei. Und dabei jede Menge krumme Taktarten und abgefahrene Harmoniefolgen. Die Produktion klingt sehr warm und erdig, aber trotzdem ziemlich differenziert und gewitzt. Ein tolles Doppelalbum!

Haken – Aquarius (VÖ 26.3.): Ganz schön abgefahrener Frickel-Prog! Dabei hört man der Platte nicht an, dass es sich um das Debütalbum der Briten handelt: Das Songwriting ist stimmig und die Produktion ziemlich dick. Und die Musiker sind der Wahnsinn, die könnten jeden Dream-Theater-Song ohne Probleme nachspielen! Vor allem der Bassist spielt ganz schön abgefahrene Fretless-Geschichten. Die Songs haben im Durchschnitt über 10 Minuten und sind ganz großes Ohrenkino: Da werden mal wahnsinnige Bombast-Keyboards ausgepackt, es gibt Gitarrensoli die dir die Schuhe ausziehen, Unisono ist eh eins der Lieblingswörter der Herren, und dann gibt es ab und zu noch diese total abgedrehten, aber witzigen Zirkusmusik-Einlagen. Trotzdem schaffen sie es ab und an aber doch, sich zurückzuhalten und wider Erwarten songdienlich zu spielen… Ein cooles Album, bin mal gespannt auf den Nachfolger!

Stone Sour – Audio Secrecy (VÖ 3.9.): Stone Sour ist eine recht unauffällige Megaseller-Band. Jeder kennt sie, jeder mag sie, aber irgendwie spricht niemand über sie (sondern höchstens mal über die personalverwandten Slipknot). Das ist eigentlich schade, denn mit Audio Secrecy haben sie schon ihr drittes richtig gutes Album abgeliefert. Und musikalisch liegen da Welten zum Vorgänger Come Whatever May, die Jungs sind einfach noch besser geworden! Die Songs sind kompakt und wahnsinnig vielseitig. Skip-Tracks gibt es nicht. Die Aufnahme ist im renommierten Blackbird-Studio in Nashville, TN entstanden – und klingt dementsprechend gut. Corey Taylor hat glaube ich noch nie so gut gesungen wie auf der Audio Secrecy, und bei der Hook-Dichte fragt man sich eh warum er bei Slipknot überhaupt unmelodisch brüllen muss.

Pain Of Salvation – Road Salt One (VÖ 14.5.): Früher hat es sich bei dieser Band mal um eine ganz schön abgefahrene Progressive-Formation gehandelt, mit der im vorigen Herbst erschienenen EP „Linoleum“ hat sich jedoch abgezeichnet dass das nächste Album in eine songorientierte, simplere Richtung gehen würde. Ich fand diese Entwicklung ziemlich interessant, und als ich Daniel Gildenlöw dann noch mit Transatlantic live gesehen und einmal mehr für genial befunden habe, musste ich mir die RS1 natürlich direkt kaufen – und staunen: Das Album geht weit über Hard Rock hinaus und mischt fröhlich auch völlig neue Elemente wie Blues, Walzer und sogar reine A-Capella-Passagen unter. Dazu kommen die PoS-typischen Klavierhooks und wunderschöne Melodien. Die Produktion klingt sehr warm und vintage-mäßig, aber niemals verstaubt oder altbacken. Daniel Gildenlöw hat es geschafft, den musikalischen Stil gegenüber älteren Alben komplett zu drehen, aber gleichzeitig die typischen Trademarks beizubehalten und dabei ein richtig tolles Album fabriziert!





Zwei Herbstnächte, zweimal Autumnight

30 11 2010

Am vergangenen Wochenende haben wir mit Autumnight gleich zwei Konzerte gespielt – und sogar beide noch komplett selbst veranstaltet.

Freitags spielten wir zusammen mit Arion Mace und Bliss in Landau im Haus Südstern. Wir haben die Bude anständig gerockt, würde ich sagen. Draußen hingegen war es so kalt dass mir eine Autotür zugefroren ist – so richtig.

Autumnight live @ Juz SLSDer Samstag war zwar wesentlich näher, aber auch wesentlich mehr organisatorischer Aufwand: Zusammen mit Sander & Receiver haben wir im Juz Saarlouis gespielt. Ich muss es auch an dieser Stelle nochmal loswerden: Fabulös gut, mit den Herren war sehr gut auszukommen, ich habe noch nie so stressfrei und entspannt auf- und abgebaut! Und ihr Gig war auch noch echt gut. Mit unserer Leistung war ich übrigens auch sehr zufrieden.

Insgesamt ziehe ich ein ziemlich positives Resümee über das Wochenende, letztendlich hat alles reibungslos geklappt. Ein fader Beigeschmack waren die geringen Besucherzahlen an beiden Abenden. Es ist leider nach wie vor wahnsinnig schwer, mit eigener Musik das Publikum hinterm heimischen Ofen hervorzulocken.





Sauerländer Herbstnächte

8 11 2010

Im Mai hatten wir mit Autumnight beim Colourblind Band Contest in Brilon einen Slot auf dem Festival der Kulturen ’11 und eine dreitägige CD-Produktion im Studio des damaligen Jurors und studierten Musikers Tobias gewonnen. Dieses Wochenende haben wir in einem malerischen Tal im Sauerland (oder besser gesagt: im Rothaargebirge) verbracht, um eine Akustik-EP aufzunehmen.

Dazu haben wir einen neuen Song und zwei Titel unseres (bald erscheinenden) Albums Sanity Fading auseinandergepflügt, umarrangiert und in akustischem Gewand wieder zusammengefügt. Diese haben wir dann im Live-Recording-Verfahren aufgenommen. Bisher haben wir alle unsere Produktionen nacheinander Spur für Spur eingespielt, somit war diese komplett andere Herangehensweise ein Kontrast zu unserer bisherigen Aufnahmepraxis und eine interessante und lohnenswerte Erfahrung.

Beim Aufnehmen

Für die Zeit, die wir nicht im Studio verbrachten hatten wir uns in eine Ferienwohnung einquartiert – insofern war das Wochenende trotz stundenlangem hochkonzentrierten Arbeiten gewissermaßen eine Art Urlaub.

Ich hätte nicht gedacht, dass das Recording so anstrengend wird, aber es hat sich gelohnt. In den nächsten Wochen wird Tobias das Material abmischen – man darf gespannt sein!





Ein Wochenende mit Mett und Metal

30 10 2010

Ich bin zurück vom schon zur Tradition gewordenen R/R-Wochenende in Britten. Dabei war diese Aktion ursprünglich mal als Konklave für die anstehenden Stammesneuwahlen geplant, doch im Folgejahr haben wir festgestellt, dass uns das Konzept „massenhaft Fleisch und wechselnde Motti“ echt gut getan hat und wir auch mal ein Wochenende ohne zu bespaßende Wölflinge und Pfadis verbringen sollten.

Herbert Schwackowiak in schnieker SonntagsmontourDer Freitag abend stand unter dem Motto „Ruhrpott“, und so schmissen wir uns Herbert-Schwackowiak-mäßig in Schale und ernährten uns standesgemäß hauptsächlich von einem gigantischen 3,5 kg- Mettigel (ich könnte jetzt Wortspiele mit naheliegenden Ortsnamen machen, aber dem Igel ist das Lachen sehr schnell vergangen). Das Motto war definitiv eins der besseren in der Geschichte dieser Veranstaltung und ist schwer zu empfehlen!

Samstags gingen wir zum Geocachen in den Wald. Ich hatte das vorher noch nie gemacht und fand es ganz interessant, mal mit einem GPS-Gerät zu navigieren, vor allem war es aber ganz angenehm, sich mal wieder an der frischen Luft zu bewegen.

Den traditionellen Saunagang habe ich leider verpasst, weil ich kurzfristig mit AUTUMNIGHT ein Konzert in Illingen gespielt habe. Das war aber ziemlich gut, auch verhältnismäßig besucht, und ich war rechtzeitig zurück, um mich mit einer vorzüglichen Ratatouille zu stärken.

Mittlerweile waren wir also beim Motto „Frankreich“ angekommen, daher liegt nahe was jetzt kommt: Fabi hatte ein Käsequiz vorbereitet. Das hat zwar echt super viel Spaß gemacht, aber der mittlerweile gut gefüllte Magen war halt spätestens nach Käse Nr. 4 recht ordentlich verschlossen. Ab Nr.7 (Gorgonzola) habe ich dann zugeschaut, was auch eine helle Freude war. Genauso wie die daran anschließende Diashow mit Fotos aus grauen Vorzeiten…

Fazit: Wie immer eine runde Sache, ich freue mich schon auf Britten 2011!





Hitchhiker die Zweite

17 10 2010

Nach langer Drehpause haben wir heute die Performance-Szenen unseres Musikvideos von Hitchhiker gedreht. Dazu mussten wir den alten Kellerraum erstmal ausräumen und unser Equipment aufbauen, was schonmal eine Zeit lang in Anspruch genommen hat. Es folgten stundenlanges exzessives Posing, und eine erste Sichtung des Videomaterials wirft große Schatten voraus.

Beim Dreh

Beim Dreh, Johannes filmt gerade Close-Ups von Barbara

Bald wird unser Regisseur Johannes Belach aus dem Material vom Außendreh und den Performanceszenen das neue Musikvideo von Autumnight zusammenschneiden. Man darf gespannt sein!





Hijs de zeilen!

16 10 2010

Ein trauriges Ereignis hat es für meine Geschwister unmöglich gemacht, zusammen mit unserem Stamm nach Holland zum Segeln zu fahren. Wir sind dann aber nachgekommen und haben mit den 17 anderen, dem Skipper und dem Maat noch zwei schöne Tage auf der Vriendschap verbracht.

 

Im Hafen von Hoorn

Im Hafen von Hoorn

 

Unsere Eltern hatten uns im Hafen von Stavoren abgesetzt, von wo aus wir auf die andere Seite des IJsselmeeres, nach Hoorn, segelten. Dort trafen wir am Abend die anderen Stämme des Landesverbands um zu singen und Seemannsgarn zu spinnen. Tags drauf segelten wir dann schon nach Lelystad, wo wir vom Boot gingen und die Heimreise antraten.

Es waren zwei superschöne Tage, und mit Sicherheit nicht mein letzter Segeltörn!





Aus den Augen, aus dem Sinn

1 10 2010

Gestern morgen wollte ich wie immer die Kontaktlinsen aus der Reinigungsflüssigkeit nehmen und anziehen. Das Problem dabei: Offenbar hatte ich sie am Abend zuvor zwar ausgezogen, aber nicht in Flüssigkeit eingelegt, sie waren mittlerweile eingetrocknet und mit anziehen war da nichts mehr. Das war materiell nicht schlimm, es wären eh neue Monatslinsen fällig gewesen, andererseits hat mich mein Fehler schon etwas erschreckt… Wo kommen wir denn da hin, wenn ich im Halbschlaf sogar alteingesessene Handlungabläufe verpeile? Ab sofort versuche ich, ein bisschen wacher ins Bett zu gehen.

Genau so habe ich meine Kontaktlinsen morgens aufgefunden.

Genau so habe ich meine Kontaktlinsen morgens aufgefunden.