Es ist vorbei, bye bye…

1 07 2009

Irgendwie schwer vorstellbar, aber meine 9 Monate Zivildienst und 2 Monate Praktikum beim Verein für Sozialpsychatrie sind vorbei… Gestern war mein allerletzter Arbeitstag, und heute gehe ich nur noch meinen Schlüssel abgeben.

Schade, dass diese Zeit vorbei ist: Es hat mir sehr gut gefallen, ich habe so viele tolle Menschen kennen gelernt und noch viel mehr bleibende Erfahrungen gesammelt. Sofern ich das beurteilen kann, bin ich in den letzten 11 Monaten auch ein Stück weit reifer geworden. Ich glaube, ich habe ein paar menschliche Kompetenzen hinzugewonnen und kenne auch mich jetzt ein Stück weit besser.

Aber was am allerwichtigsten ist: Ich habe unsere Bewohner richtig lieb gewonnen. Ich werde sie vermissen.

Dabei hoffte ich vor ziemlich genau 2 Jahren, vor meiner Musterung auf T5, ich wollte nach der Schule direkt studieren und keine Zeit verlieren. Als ich dann tauglich geschrieben wurde, dachte ich zuerst an irgendwelche Fahrdienste, quasi nur um die Zeit abzusitzen. Heute bin ich froh, dass ich mich dann doch für den nicht ganz so einfachen Weg entschieden habe. Ich kann jedem bedingungslos empfehlen, mal in dieses Metier reinzuschnuppern, dieser Zivildienst hat zumindest mir persönlich sehr viel gebracht, und ich bin froh dass alles so gekommen ist – ich hätte ja auch wehrdienstuntauglich sein können. Es war eine schöne Zeit.





Flower-Power-Freaks

20 02 2009

Gestern war die jährliche Faasendfeier des Verein für Sozialpsychatrie im Theater Am Ring. Diese Veranstaltung kann man sich ungefähr als heiteres Beisammensein von Bewohnern und Betreuern vorstellen, bei dem es Programm und Essen gibt. Unsere Abteilung hatte sich das Motto „Flower Power“ ausgesucht und im Vorfeld dazu einige kleine musikalische Darbietungen einstudiert. Dabei haben wir uns alle sehr zum Affen gemacht, hatten aber einen riesen Spaß dabei. Ich fand die Veranstaltung jedenfalls sehr amüsant, schließlich waren die allermeisten sehr witzig kostümiert.

Lisa und ich mit Freakbrillen und Bewohnern.

Lisa und ich mit Freakbrillen und Bewohnern.





Discover Me Like Emptiness

16 02 2009

Im Moment fühle ich mich ziemlich wie im Leerlauf. Abgesehen von der Arbeit (deren Vorkommnisse zum Teil echt nicht ins Blog gehören) passiert einfach rein gar nichts. Das Leben dümpelt und plätschert wie in einer seichten ARD-Vorabendserie, absolut mittlere Seife also.

Aber immerhin kommen so langsam wieder spannendere Zeiten in Sicht: am Donnerstag ist Fastnacht beim VfS, am Freitag Hossa, und irgendwann dazwischen kommt meine neue Digitalkamera an. Und dann habe ich erst einmal Urlaub.

Bis dahin der Song, der diesem gelangweilten Beitrag seinen Namen leiht:





A bit nerdy these days?

21 01 2009

Wenn ich mittwochs Frühdienst habe, endet meine Schicht mit der Musiktherapie-Band. Auch heute habe ich gegen 16h mit dem Bass im Musikraum gestanden und beim Spielen die Notation des Stücks mitgelesen. Offensichtlich war ich die letzte Zeit recht lange am Computer, jedenfalls habe ich instinktiv im rechten unteren Rand des Blatts nach der Uhrzeit gesucht.

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Karls Ruhe vol. 3

17 10 2008

So, es dauert noch eine halbe Stunde bis der Zug fährt. Zeit genug, die letzte Woche zu reflektieren.

Im Vorfeld hatte ich absolut keine Lust auf diesen Lehrgang, insofern bin ich auch ohne große Erwartungen angereist. Im Nachhinein sind diese erfüllt worden.

Absolut bestätigt hat sich auch der Tipp all derer, die schon vor mir auf dem Lehrgang waren: „Such dir möglichst schnell Leute mit denen du klarkommst!“ In meinem Fall hat das schon ab dem Saarlouiser Hauptbahnhof funktioniert, und auf dem Lehrgang selbst habe ich einen ganzen Haufen netter Leute kennen gelernt und viel Spaß mit denen gehabt: wir haben Musik gemacht, Fußball geguckt, die Einheiten über uns ergehen lassen und natürlich auch ordentlich Party gemacht. Die Abende in der Karlsruher Stadt waren echt klasse, und so schienen die 5 Tage recht schnell vorbeizugehen.

Der Unterricht selbst war sogar noch informativer als ich befürchtet hatte. Das heißt jetzt nicht, dass mir dieser Lehrgang wirklich viel gebracht hat, und ich wäre auch sicherlich auf meiner Dienststelle besser aufgehoben gewesen. Aber immerhin bin ich ein bisschen besser über Drogen und den Zivildienst selbst informiert, das kann ja auch nicht schaden.

Von der Zivischule war ich absolut positiv überrascht. Die Zweibettzimmer sind geräumig, einigermaßen sauber und hatten sogar eigenes Bad mit Dusche – alles andere als kasernenartig. Es gibt einen umfangreichen Freizeitbereich mit mehr als ausreichenden Möglichkeiten, Musik zu machen, Sport zu treiben, Spiele zu spielen, Fern zu sehen und nicht zu vergessen im Internet zu surfen.  Ganz besonders loben möchte ich an dieser Stelle den Bierautomat, der für einen Euro stets ein kaltes, leckeres Rothaus Tannenzäpfle ausspuckte. Das Essen war in Ordnung, und das Personal war im Großen und Ganzen sehr freundlich. Das Gesamtbild passte nicht so sehr zu militärischen Tonfall in den Briefen des Bundesamtes. :-)

Im Grunde genommen bin ich froh, dass es gleich wieder in Richtung Heimat geht, aber ich denke, ich werde meinen Zivilehrgang in positiver Erinnerung behalten.





Karls Ruhe vol. 2

16 10 2008

Mittlerweile haben wir schon Donnerstag, und der Lehrgang ist fast vorbei. Und auch wenn es bisher schwer lustig war, ist das nicht verkehrt.

Aus dem Unterricht selbst gibt es nicht viel spannendes zu berichten, allenfalls die durch die Bank weg vorhandene Müdigkeit. Dazu werde ich von zu Hause an dieser Stelle ein nicht gestelltes Foto aus meiner Arbeitsgruppe hochladen…

Der gestrige Abend war erstmal geprägt von Fußball, und hielt bis zu diesem Zeitpunkt erst eine erzählenswerte Anekdote bereit: Für den bereits erwähnten Bierautomat (mittlerweile nur noch halbvoll mit Rothaus Tannenzäpfle) im Keller braucht man Kleingeld. Und da nach diversen Bier irgendwann das Kleingeld bei jedem knapp wurde, gingen wir zur Tanke, kauften uns Brezeln und wollten das Rückgeld bitte in Münzen. Der Tankwart identifizierte uns schon direkt als Zivis und bot schon von sich aus an, seine Euromünzen-Reserven zu verkleinern. Offensichtlich ist der Bierautomat im Keller der Zivischule im Umkreis bestens bekannt…

Nach dem Abpfiff fuhren wir zu fünft mit der nächsten Straßenbahn zum Krokokeller, einem Club in der Innenstadt. Eigentlich ein ziemlich cooler Laden, für Zivis und Studenten mittwochs kostenloser Eintritt, billige Cocktails un so. Das allerbeste war jedoch, den ganzen Ersties unter die Nase zu reiben, wir seien ebenfalls Erstsemestler, und zwar in der Fachrichtung Maschinenbau. Das haben sogar alle geglaubt und wir haben jetzt viele Erstie-Freunde.

Der Abend war gut, und wir kamen gegen 10 nach 2, also 40 Minuten zu spät wieder in der Zivischule an. Aber die Androhung, die Dienstausweise bei abendlicher Verspätung einzuziehen, erwies sich als hohle Floskel. Wir erzählten dem Nachtwächter, die Bahn sei nicht gekommen und wir durften unbehelligt passieren.





Karls Ruhe vol. 1

14 10 2008

Da es glücklicherweise hier Internet gibt, habe ich die Möglichkeit, so oft ich will vom Zivildienstlehrgang zu bloggen.

Eigentlich hielt ich die ganze Sache ja anfangs als dumme Alternative zum Arbeiten, aber als ich nach 2 Minuten am Bahnhof schon den ersten Mitreisenden getroffen habe, konnte ich mich mehr und mehr mit der bevorstehenden Woche anfreunden. Und das, obwohl unsere Haupttätigkeit nach der Ankunft (abgesehen vom Mittagessen) ausnahmslos rumhängen war.

Zwei Stunden später begann dann das Programm: nach einem Plenum über viele organisatorische Sachen des Lehrgangs selbst teilten wir uns in Arbeitsgruppen ein, die jetzt die nächsten Tage gemeinsam Unterricht zu Zivi-allgemeinen und spezifischeren Themen haben. Mit 24 anderen Zivis sitze ich in der Drogengruppe, deren Dozent eine Mischung aus John Keating (Robin Williams’ Rolle in „Dead Poets Society“) und Walter Sittler ist. Eigentlich ganz amüsant bisher…

Positiv überraschend sind die Freizeitmöglichkeiten: bisher habe ich besonders die Vorzüge des riesigen Fernsehers, des Musikraums und nicht zu vergessen des Bierautomaten der randvoll mit Rothaus Tannenzäpfle ist, genossen.

Nach den Simpsons und ein paar Tannenzäpfle wurde der Lehrgang dann entgültig zum Leergang: unter der Führung eines halbwegs ortskundigen Zivi machten wir uns zu acht auf den Weg in die Stadt, wo wir einen sehr amüsanten Abend verbrachten. Beim vorletzten Rothäusle nachts um halb 2 (wir mussten schließlich die Ausgangszeit auf die letzte Minute ausreizen…) vor den Toren der Zivischule stellten wir uns dann sogar namentlich einander vor.

To be continued!





Hoch auf dem Gelben Wagen

10 09 2008

Um auf meiner Zivistelle den gelben Neunsitzer-Bus auch offiziell fahren zu dürfen, habe ich heute zusammen mit Christian Brosette (dem Zivi der Fraulauterner Wohngruppe) ein Fahrsicherheitstraining absolviert.

Dazu sind wir in aller Frühe auf den ADAC-Trainingsplatz zwischen Dudweiler und Fischbach gefahren. Dort hatten wir von 8 bis 16 Uhr ein Training aus ein paar theoretischen und vielen praktischen Elementen, eigentlich ganz ähnlich meinem letzten Fahrsicherheitstraining. Auch heute hieß unser Betreuer Markus und hatte wiederum einen Honda Civic als Dienstfahrzeug. Die anderen Kursteilnehmer waren allesamt schwer in Ordnung und ließen sich in die beiden etwa gleich stark besetzten Kategorien „Langjährige Autofahrer“ und „Autofahrer mit Abi 2008″ unterteilen. Interessanterweise hat sich keine der beiden Altersgruppen während der verschiedenen Übungen im Können merklich von der anderen abgehoben.

Gegenüber den Training im letzten Oktober habe ich heute viele neue Erfahrungen gemacht. Unser Renault Trafic ist bestimmt doppelt so lang, fast doppelt so hoch und sicherlich auch fast doppelt so schwer wie der Lupo, und verhält sich somit in komplizierten Situationen auch ganz anders. Von dieser Warte hat mein zweites Fahrsicherheitstraining nochmal mindestens genau so viel gebracht wie das erste, und ich glaube, ich werde ab morgen viel souveräner hoch auf dem gelben Wagen sitzen.





Kannst Du bitte deine Rosette dichten?

25 08 2008

Auf der Arbeit hat jeder Bewohner seine eigene Dosette, in die er jeden Montag die Medikamente der ganzen Woche einsortiert, das heißt dann im Fachjargon „die Dosette richten“. Wer meine üblichen Wortdreher kennt kann sich jetzt vorstellen, was ich um ein Haar zu $Bewohner gesagt hätte…





A New Era Begins

4 08 2008

Nach 13 Jahren Schule und über 3 Monaten Halli-Galli-Drecksau-Party hat am Freitag mein nächster Lebensabschnitt begonnen: die nächsten 9 Monate werde ich meinen Zivildienst beim Verein für Sozialpsychatrie absolvieren.

Ich werde übrigens doch in der Metzer Straße eingesetzt, was heißt, dass ich einen viel kürzeren Arbeitsweg habe.

Heute war mein zweiter Arbeitstag, und ich kann bisher echt nur Positives über meine Stelle sagen: das Arbeiten selbst ist vielseitig, interessant und gleichzeitig sehr stressfrei. Meine Kollegen sind allesamt super drauf, und ich freue mich auf die nächste Zeit!