Mein erster Ferientag begann um halb fünf (in Zahlen ausgedrückt 4:30 Uhr). Eine knappe Stunde saßen wir im Lupo und brachen Richtung Hockenheimring auf, wo wir ein Fahrsicherheitstraining absolvieren sollten.
Nach ca. 2 Kilometern, in Felsberg, begann die Anzeige am Armaturenbrett mich aufzufordern, die nächste Werkstatt anzulaufen. Wir drehten also, um den Lupo in den Fusion einzutauschen, kehrten dann aber wieder um und vertrauten auf unser Glück, schließlich ließ sich das Auto ja ganz normal fahren. Zumindest bis Kaiserslautern, wo wir bei Tempo 80 in regelmäßigen Abständen hüpften. Aber kaum konnte ich die Geschwindigkeit wieder verdoppeln, verschwand die unangenehme Vertikalbewegung, und sie tauchte auch in späteren Autobahnbaustellen nicht mehr auf. Ansonsten wurde die durch vier Bundesländer führende Fahrt nur noch von einigen halsbrecherischen Manövern eines Pfortzheimers erschwert, der uns dazu veranlasste, von nun an alle Autofahrer mit unausgeglichenem Fahrstil „Pfortzheimer“ zu taufen.
Nach anderthalb Stunden waren wir am Ziel, natürlich viel zu früh. Aber nach und nach trudelten noch 12 andere Teilnehmer des Junge-Fahrer-Kurses ein, sodass wir uns in zwei Siebenergruppen aufteilten. Unser Instruktor Markus betreute neben uns zwei noch drei Heppenheimer, eine Pfälzerin und – das Saarland ist halt klein - eine Überherrnerin.
Nach einem kurzen grundsätzlichen Gespräch, auf welche Situation man wie reagieren sollte, kamen wir dann auch gleich zur Sache: der Slalomparcours. Eher als einfache Einstiegsübung gedacht, stellte sie noch keine große Schwierigkeit dar. Aber dann mussten wir auf feuchtem Grund und Gefälle Vollbremsungen durchführen - zuerst auf Asphalt, dann auf einer rutschigen Oberfläche. Und hier kam der Lupo ohne ABS und mit Sommerreifen ganz schön ins Schleudern, im wahrsten Sinne des Wortes!
Ähnlich ging es (bis auf eine Mittagspause) hochkonzentriert auf zahlreichen Anlagen weiter: wir mussten beispielsweise auf rutschigem Untergrund einer plötzlich auftauchenden Wasserfontäne kontrolliert ausgleichen, über eine sich ruckartig verschiebende Platte im Boden wurde der Ausbruch des Hecks künstlich herbeigeführt, diverse Bremsmanöver auf den unterschiedlichsten Untergründen wurden simuliert, natürlich durften wir auch den obligatorischen Handbremsendrift auf nassem, rutschigen Untergrund ausprobieren, und am Ende des Fahrtrainings waren wir alle ganz schön platt. Es gab dann noch Urkunden, aber nur für einige, die restlichen (darunter auch unsere) hatte der ADAC verschlampt und reicht sie per Post nach.
Fazit: Es war sicherlich ein großer Spaß und eine interessante Erfahrung. Ob wir eventuelle Gefahrensituationen im Straßenverkehr jedoch genau so entschärfen können, wie in den simulierten Situationen mit ausreichend Platz zu allen Seiten, bleibt abzuwarten.
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