One of the boys

22 10 2008

Es sieht so aus, als sei ich einer der wenigen heterosexuellen, gesunden, intelligenten jungen Männer, die gerne Katy Perry hören. Passt eigentlich nicht zu mir, und wer meine CD-Sammlung kennt, weiß, dass sie dort auch nicht wirklich reinpasst.

Egal, ich stehe dazu: ich besitze seit gestern ihr aktuelles Album „One of the Boys“ und finde es echt gut. Offensichtlich braucht der Mensch auch manchmal dur-lastigen, glattproduzierten Mainstream-Pop mit Gute-Laune-Attitüde und Ohrwurmpotenzial…

Wer mit Katy Perry nichts anfangen kann, hier zur Erinnerung nochmal ihre erste Single, die wohl jeder aus dem Radio kennt (und übrigens NICHT das beste Lied des Albums ist):





Karls Ruhe vol. 3

17 10 2008

So, es dauert noch eine halbe Stunde bis der Zug fährt. Zeit genug, die letzte Woche zu reflektieren.

Im Vorfeld hatte ich absolut keine Lust auf diesen Lehrgang, insofern bin ich auch ohne große Erwartungen angereist. Im Nachhinein sind diese erfüllt worden.

Absolut bestätigt hat sich auch der Tipp all derer, die schon vor mir auf dem Lehrgang waren: „Such dir möglichst schnell Leute mit denen du klarkommst!“ In meinem Fall hat das schon ab dem Saarlouiser Hauptbahnhof funktioniert, und auf dem Lehrgang selbst habe ich einen ganzen Haufen netter Leute kennen gelernt und viel Spaß mit denen gehabt: wir haben Musik gemacht, Fußball geguckt, die Einheiten über uns ergehen lassen und natürlich auch ordentlich Party gemacht. Die Abende in der Karlsruher Stadt waren echt klasse, und so schienen die 5 Tage recht schnell vorbeizugehen.

Der Unterricht selbst war sogar noch informativer als ich befürchtet hatte. Das heißt jetzt nicht, dass mir dieser Lehrgang wirklich viel gebracht hat, und ich wäre auch sicherlich auf meiner Dienststelle besser aufgehoben gewesen. Aber immerhin bin ich ein bisschen besser über Drogen und den Zivildienst selbst informiert, das kann ja auch nicht schaden.

Von der Zivischule war ich absolut positiv überrascht. Die Zweibettzimmer sind geräumig, einigermaßen sauber und hatten sogar eigenes Bad mit Dusche – alles andere als kasernenartig. Es gibt einen umfangreichen Freizeitbereich mit mehr als ausreichenden Möglichkeiten, Musik zu machen, Sport zu treiben, Spiele zu spielen, Fern zu sehen und nicht zu vergessen im Internet zu surfen.  Ganz besonders loben möchte ich an dieser Stelle den Bierautomat, der für einen Euro stets ein kaltes, leckeres Rothaus Tannenzäpfle ausspuckte. Das Essen war in Ordnung, und das Personal war im Großen und Ganzen sehr freundlich. Das Gesamtbild passte nicht so sehr zu militärischen Tonfall in den Briefen des Bundesamtes. :-)

Im Grunde genommen bin ich froh, dass es gleich wieder in Richtung Heimat geht, aber ich denke, ich werde meinen Zivilehrgang in positiver Erinnerung behalten.





Karls Ruhe vol. 2

16 10 2008

Mittlerweile haben wir schon Donnerstag, und der Lehrgang ist fast vorbei. Und auch wenn es bisher schwer lustig war, ist das nicht verkehrt.

Aus dem Unterricht selbst gibt es nicht viel spannendes zu berichten, allenfalls die durch die Bank weg vorhandene Müdigkeit. Dazu werde ich von zu Hause an dieser Stelle ein nicht gestelltes Foto aus meiner Arbeitsgruppe hochladen…

Der gestrige Abend war erstmal geprägt von Fußball, und hielt bis zu diesem Zeitpunkt erst eine erzählenswerte Anekdote bereit: Für den bereits erwähnten Bierautomat (mittlerweile nur noch halbvoll mit Rothaus Tannenzäpfle) im Keller braucht man Kleingeld. Und da nach diversen Bier irgendwann das Kleingeld bei jedem knapp wurde, gingen wir zur Tanke, kauften uns Brezeln und wollten das Rückgeld bitte in Münzen. Der Tankwart identifizierte uns schon direkt als Zivis und bot schon von sich aus an, seine Euromünzen-Reserven zu verkleinern. Offensichtlich ist der Bierautomat im Keller der Zivischule im Umkreis bestens bekannt…

Nach dem Abpfiff fuhren wir zu fünft mit der nächsten Straßenbahn zum Krokokeller, einem Club in der Innenstadt. Eigentlich ein ziemlich cooler Laden, für Zivis und Studenten mittwochs kostenloser Eintritt, billige Cocktails un so. Das allerbeste war jedoch, den ganzen Ersties unter die Nase zu reiben, wir seien ebenfalls Erstsemestler, und zwar in der Fachrichtung Maschinenbau. Das haben sogar alle geglaubt und wir haben jetzt viele Erstie-Freunde.

Der Abend war gut, und wir kamen gegen 10 nach 2, also 40 Minuten zu spät wieder in der Zivischule an. Aber die Androhung, die Dienstausweise bei abendlicher Verspätung einzuziehen, erwies sich als hohle Floskel. Wir erzählten dem Nachtwächter, die Bahn sei nicht gekommen und wir durften unbehelligt passieren.





Karls Ruhe vol. 1

14 10 2008

Da es glücklicherweise hier Internet gibt, habe ich die Möglichkeit, so oft ich will vom Zivildienstlehrgang zu bloggen.

Eigentlich hielt ich die ganze Sache ja anfangs als dumme Alternative zum Arbeiten, aber als ich nach 2 Minuten am Bahnhof schon den ersten Mitreisenden getroffen habe, konnte ich mich mehr und mehr mit der bevorstehenden Woche anfreunden. Und das, obwohl unsere Haupttätigkeit nach der Ankunft (abgesehen vom Mittagessen) ausnahmslos rumhängen war.

Zwei Stunden später begann dann das Programm: nach einem Plenum über viele organisatorische Sachen des Lehrgangs selbst teilten wir uns in Arbeitsgruppen ein, die jetzt die nächsten Tage gemeinsam Unterricht zu Zivi-allgemeinen und spezifischeren Themen haben. Mit 24 anderen Zivis sitze ich in der Drogengruppe, deren Dozent eine Mischung aus John Keating (Robin Williams’ Rolle in „Dead Poets Society“) und Walter Sittler ist. Eigentlich ganz amüsant bisher…

Positiv überraschend sind die Freizeitmöglichkeiten: bisher habe ich besonders die Vorzüge des riesigen Fernsehers, des Musikraums und nicht zu vergessen des Bierautomaten der randvoll mit Rothaus Tannenzäpfle ist, genossen.

Nach den Simpsons und ein paar Tannenzäpfle wurde der Lehrgang dann entgültig zum Leergang: unter der Führung eines halbwegs ortskundigen Zivi machten wir uns zu acht auf den Weg in die Stadt, wo wir einen sehr amüsanten Abend verbrachten. Beim vorletzten Rothäusle nachts um halb 2 (wir mussten schließlich die Ausgangszeit auf die letzte Minute ausreizen…) vor den Toren der Zivischule stellten wir uns dann sogar namentlich einander vor.

To be continued!





Helden am Shamisen

11 10 2008

Durch Zufall bin ich auf die Yoshida-Brüder gestoßen, die komplett unisono eine ganz schön kranke Scheiße abziehen. Da könnten sich Herman Li und Sam Totman mal ne Scheibe abschneiden:





Helden der Arbeit

5 10 2008
Ich mit dem männlichsten Rührgerät aller Zeiten.

Ich mit dem männlichsten Rührgerät aller Zeiten.

Die Arbeiten am bandeigenen Tonstudio schreiten immer weiter voran. Gestern haben wir ein Fenster für die Wand zwischen Aufnahme- und Regieraum gekauft, Wandfarbe gekauft, die abgefräste Wand neu verputzt, die restlichen Wände im Aufnahmeraum ein erstes Mal gestrichen, die restlichen Rahmen für die Clouds überzogen und dabei einen Haufen Spaß gehabt. Wir waren gestern immerhin fünf Leute (Desiree, Flo, Martin, Daniel und ich), von denen aber niemand jemals verputzt hat. Es ist zuerst mal viel Putz auf dem Boden gelandet, bis wir die Technik raus hatten… Letztendlich sind wir aber recht zufrieden mit unserer Arbeit, fürs erste Mal sieht die Wand schon recht amtlich aus.

Auch wenn alles immer noch sehr unfertig aussieht, so langsam wird der restliche Arbeitsaufwand überschaubar. Im Regieraum müssen wir noch einmal streichen, den Teppich verlegen und das Außenfenster gegen Schall isolieren. In zwei Ecken kommen noch Bass-Traps, und außerdem werden wir eine andere Lampe an die Decke hängen. Und dann müssen nur noch die zum großen Teil fertigen Diffusoren und Clouds an Wand und Decke gehängt werden, und schon ist dieser Raum fertig. Die meiste Arbeit wird wohl noch der Wanddurchbruch beanspruchen, den wir verschließen wollen. Aber wir sind alle sehr zuverlässig, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten fertig zu werden und dann endlich das Studio zu seinem eigentlichen Zweck besuchen zu können. Schließlich sind wir Musiker und keine Handwerker…

Ich beim Streichen; im Hintergrund sieht man die frisch verputzte Wand.

Ich beim Streichen; im Hintergrund sieht man die frisch verputzte Wand.